PDF-Downloads: Paradigmenwechsel bei den Multimedien

Ein Umstand, der mir aktuell in der „Bilanzpressekonferenzsaison“ der diversen Aktiengesellschaften aufgefallen ist: PDF-Downloads sind irgendwie stark im Kommen.

Es gab eine Zeit, da war das Erstellen von HTML-Dokumenten sozusagen „in“. Barrierefreiheit, Suchmaschinenkompatibilität, Hypertext-Möglichkeiten — alle die Vorteile wurden beispielsweise auch in den Online-Geschäftsberichten der Aktiengesellschaften ausgespielt.

Dabei wurde viel Mühe darauf verwendet, im Design und inhaltlich echten Mehrwert zu bieten, und dem Benutzer sozusagen ein echtes Erlebnis zu bieten.

Irgendwann aber muß sich wohl jemand gedacht haben: Blöd irgendwie. So ein Geschäftsbericht interessiert die Welt zu genau einem Zeitpunkt sehr, danach aber kaum noch jemanden. Warum machen wir denn so einen riesigen Aufwand, nur damit der Online-Besucher ebenfalls bedient wird? Und der Verbleib des Geschäftsberichts auf der Website ist natürlich auch ein Problem — ganz abgesehen von der Problematik, dass der Besucher sich den aktuellen Stand eines umfangreichen, mehrseitigen HTML-Dokuments nur unter größeren Mühen lokal konservieren kann.

Genau diese Probleme scheint das Anbieten eines herunterladbaren PDF-Dokuments ideal zu lösen.

  1. Es besteht nur aus einer einzigen Datei, ist also leicht herunterladbar und lokal zu speichern.
  2. Deshalb ist es auch einfacher online zu behalten, auch wenn das Design oder (schlimmer) die technische Grundlage der Firmenwebsite sich verändert — Dokumente zum Download anbieten kann jedes CMS.
  3. Designprobleme wie mit CSS kennt man bei PDFs ebenfalls keine.
  4. Ein Geschäftsbericht wird beispielsweise auch als Druckwerk erstellt — das Online-PDF fällt dabei nebenbei mit ab. Alternativ sind Office-Dokumente schnell als PDF „gedruckt“.
  5. PDF ist mindestens ebenso plattformunabhängig geworden wie HTML, also auf breiter Basis verfügbar.

PDF-Dokumente vereinigen also viele Vorteile in sich: Sie sind leicht zu erstellen (auch für HTML-Unkundige — einfach „drucken“), enthalten Bilder- und Text-Ansammlungen in einer einzigen Datei, und Suchmaschinen durchsuchen ihre Inhalte mittlerweile auch.

Da könnte man HTML-Webseiten dann doch eigentlich demnächst komplett abschaffen — oder?