Chaplin 1.0 veröffentlicht

Chaplin

Nach zweijähriger Entwicklungszeit wurde vergangene Woche (am 23.01.2014) das populäre Javascript-Framework Chaplin in der Version 1.0 veröffentlicht. Die Versionsnummer steht dabei symbolisch für das erste Stable-Release – damit ist der Weg in den Produktiv-Einsatz geebnet.

Chaplin will die Entwicklung von komplexen Web-Anwendungen vereinfachen. Es bietet Entwicklern eine top-level Anwendungs-Architektur und macht dabei Gebrauch von etablierten Entwurfsmustern, insbesondere dem MVC-Pattern. Es reiht sich damit in die Familie der Architektur-Frameworks ein, der auch Angular.js und Ember.js beiwohnen. Im direkten Vergleich kommt Chaplin aber mit erheblich sparsamerer Dateigröße daher: minifiziert und gzip-komprimiert bringt Chaplin es auf ungefähr 20kb, dagegen stehen Angular mit etwa 100kb und Ember mit ca. 60kb.

Das Framework mit dem wohlklingenden Namen setzt auf Backbone auf und erfüllt damit den Wunsch von A List Apart Autorin Rebecca Murphey:

I think it’s important to take it [Backbone] for what it is: an uber-tiny library that gets you pointed in the right direction. What I really want to see are fuller-fledged frameworks that build on top of Backbone, because I think there’s a lot more that can be standardized beyond what Backbone offers

Ich halte es für wichtig, dass wir die wahre Natur von Backbone erkennen: eine super winzige Bibliothek, die einen die richtige Richtung weist. Was ich aber eigentlich sehen will, sind vollwertigere Frameworks, die auf Backbone aufsetzen, denn ich denke, es gibt einiges mehr, das standardisiert werden könnte, als das was Backbone uns bietet

Chaplin zwingt seine Anwendungs-Entwickler eine saubere Architektur konsequent beizubehalten, in etwa indem es ausschließlich als Modul (sowohl nach AMD– als auch nach CommonJS-Modul-Spezifikation) vertrieben wird, das bedeutet vornehmlich, dass es ohne einen entsprechenden Module-Loader nicht verwendet werden kann. Eine ähnliche Design-Entscheidung beobachten wir bei Lebenszyklen von Objekten, der Entwickler muss sich damit beschäftigen, weil Chaplin automatisch aufräumt.

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Theoretiker an der Uni, Praktiker einer Internetagentur. Kellerkind bei Regen, Draußenkind bei Sonnenschein. Doppelleben scheinen meine Passion zu sein – kein Reim beabsichtigt.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke Raoul!

    Bei mir stellt sich die Frage, ob es noch Sinn macht, mit dem programmieren anzufangen oder ob es nicht bereits zu spät ist (bin nun 24). Was wäre deine Meinung dazu, angesichts der immer komplexer werdenden Struktur für Anwendungen auf Basis von Java und Co. ?

    Beste Grüße
    Meicel

    • Von Altersgenosse zu Altersgenosse: Was hast du zu verlieren? Für mich ist es Hobby und Beruf, aber ich kenne viele für die ist es einfach nur Hobby, ich kenne nur wenige, für die es nur Beruf ist.