Surfen mit dem neuen Edge Chromium

Heute morgen wurde auf vielen Windows-PCs eine neue Version von Edge installiert. Dies ist insofern bemerkenswert, da der neue Browser auf das Chromium Projekt von Google mit der Rendering Engine Blink und der V8-JavaScript-Implementierung zurückgreift. Damit verzichtet Microsoft auf die Entwicklung einer eigenen Rendering Engine. Im Unterschied zur ersten Version des Edge, die nur auf Windows 10 lief, soll der neue Browser auch auf älteren Betriebssytemen installiert werden können und so noch verbleibende Internet Explorer 9–11 ersetzen.

Microsoft Edge Logo-Animation, Quelle: Microsoft

Während sich das alte Logo von 2015 noch stark am „e“ des Internet Explorers orientierte, ähnelt das neue Logo eher einem „C“ für Chromium und einer Surf-Welle.

Dies ist der Abschluss einer 25-jährigen Entwicklung: 1995 brachte Microsoft den Internet Explorer heraus. Da die bisherigen Browser kostenpflichtig waren, konnte sich Microsoft mit einer kostenlosen, schon in der Betriebssystem vorhandenen Software auf dem Markt durchsetzen und erreichte in den Browserkriegen bald einen Markanteil von 95%. Leider hielten sich weder Netscape noch Microsoft an die Standards des W3C und sorgten so für Inkompatibilitäten im Netz, die Generationen von Webentwicklern vor Herausforderungen stellten. Mit HTML5 verlagerte sich dann die Nutzung auf „modernere“ Browser wie den Firefox, Apples Safari und ab 2008 auf den Chrome-Browser von Google. Nutzerstatistiken (gs.statcounter.com) zeigen, dass der Marktanteil des Edge weit hinter den anderen Browsern liegt.

Source: StatCounter Global Stats — Browser Market Share

Wie sich die Übermacht des Chromium-Projekts (neben Google Chrome und jetzt Microsoft Edge nutzen auch Opera, Samsung und Vivaldi die Blink-Rendering Engine) auf die (Weiter-)Entwicklung der Webstandards auswirken wird, kann momentan nicht überblickt werden.

Gute Nachrichten für Web-Entwickler: Der neue Browser enthält viele neue HTML5-Features, die nun browserübergreifend verwendet werden können:

  • das details-Element ermöglicht es, Seiteninhalte zu verstecken und mit einem Klick auf summary aufzuklappen
  • das dialog-Element ermöglicht Popup-Boxen (Hier müssen Firefox und Safari noch nachziehen, obwohl sich das Element mit ein bisschen JavaScript bereits nutzen lässt.)
  • Shadow DOM und custom elements ermöglichen die Verwendung eigener wiederverwendbarer Bausteine

Auch im CSS-Bereich gibt es einige nützliche neue Eigenschaften:

  • Mit der offset-Eigenschaft können HTML-Elemente und grafische SVG-Objekte mit CSS-animation entlang von Pfaden bewegt werden.
  • Mit der conic-gradient()-Funktion können verblüffende Hintergrundeffekte erzielt werden.

Mit der Web Animations API (WAAPI) können die CSS-Animationen jetzt bequem mit JavaScript gesteuert werden.

Klicken Sie auf die Links und testen Sie die Live-Beispiele des Test-Wikis im neuen Browser.

PS: Wie der neue Edge (und die anderen Browser) mit SVG 2 umgehen können, verraten wir Ihnen nächste Woche in einer weiteren Folge.