Everyone is a publisher!
Unter diesem Motto startete Stefan Münz 1995 seine Dokumentation. Damals erforderte das HTML und einen Webspace – heute benötigt man PHP und eine Datenbank, wenn nicht gar Docker und Node.js.
Einfacher scheint das Posten auf sozialen Plattformen, wo sich Gleichgesinnte treffen und vernetzen und keine besonderen Kenntnisse erforderlich sind. Allerdings ähneln diese heute oft walled gardens – abgeschlossenen Bereichen, die Schranken zum freien Internet aufbauen und deren Regeln von Big Tech ohne Berücksichtigung unseres Rechtsverständnisses aufgestellt wurden.
Im ersten Teil unserer Serie zum Fediverse hatte ich Mastodon vorgestellt, heute möchte ich zeigen, wie wir Inhalte, die über kurze Status-Updates hinausgehen wie längere Blogposts, Artikel oder detailreiche Beiträge im Internet veröffentlichen und im Fediverse verbreiten können.
Was bedeutet “Macroblogging”?
„Macroblogging“ bezeichnet Plattformen, auf denen längere, ausführlichere Beiträge veröffentlicht werden – im Gegensatz zum Microblogging mit kurzen Statusmeldungen.
Twitter hatte ursprünglich eine Begrenzung auf 140 Zeichen, teilweise zu kurz für komplexere Botschaften. 2017 wurde dieses Limit auf 280 hochgesetzt. Mastodon erlaubt 500 Zeichen, andere Instanzen bieten viel mehr …
writefreely
Meine zweite Anlaufadresse war writefreely, das bereits auf der Startseite anbietet, einer Instanz beizutreten. Auf seiner Nutzerseite kann man gleich anfangen, einen Post zu schreiben oder diesen in Blogs anlegen. Entweder man speichert und teilt seinen Beitrag sofort - es gibt aber auch einen Draft-Modus, um Gedanken zu notieren, ohne sie zu veröffentlichen.
writefreely verwendet Markdown, das hier gut erklärt wird:
Irritierend fand ich anfangs das ganze leere, weiße Blatt hinter dem sich eine textarea ohne Rand befindet. Es ist aber möglich, seine Blogs mit CSS zu gestalten (Customizing CSS).
Ursprünglich dachte ich, dass ich writefreely nach einem kurzen Test wieder löschen werde. Mittlerweile habe ich drei Blogs angelegt und werde zwei davon wohl so nutzen, dass ich bestimmte Themen dort poste und diese Beiträge dann über das Fediverse geteilt und hoffentlich gefolgt werden.
writefreely kann auch Bilder enthalten, da ich in meiner Instanz aber nur externe Bilder einbinden kann, machte ich mich auf die Suche …
Friendica
friendi.ca gilt als das Facebook des Fediverse. Was mir zuerst auffiel, war die Möglichkeit Bilder hochzuladen und Alben anzulegen. Daneben gibt es einen Terminkalender.
Diese Termine erscheinen neben deinen Posts in Deiner Timeline und können im Fediverse geteilt werden.
Sobald ihr in den Einstellungen unter Addons > Markdownsettings den Haken setzt, könnt ihr Texte in Markdown formatieren.
Für mich persönlich wäre das nichts, für einen Verein könnte man so kommende Termine und Bilder von Events veröffentlichen und ins Fediverse teilen.
Hubzilla
In der letzten Woche wurde mir mehrfach empfohlen, doch einmal Hubzilla auszuprobieren.
Neben Blogging bietet Hubzilla Funktionen wie Kalender, Identitätsverwaltung und sogar „nomadische“ Accounts, die zwischen Instanzen migrieren können. Neben einer Formatierung in Markdown ist auch noch BBCode möglich! 😀
[Screenshots folgen]
Da die Anforderungen zum Hosten einer eigenen Hubzilla-Instanz weniger hoch als für Mastodon sind (Es ist kein Root-Server nötig), wird dies mein nächstes Projekt – allerdings ohne festen Zeitrahmen!
Fazit:
Im Fediverse können Macroblogging-Dienste über ActivityPub mit Microblogging-Plattformen wie Mastodon kommunizieren. Dadurch sind längere Artikel instanz- und plattformübergreifend sichtbar und können kommentiert oder geteilt werden.


