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Entwurf: Vibe-Coding

Vibe-Coding ist die neue Art, Programme zu schreiben. Man tippt keinen Code mehr selbst. Stattdessen beschreibt man einer KI wie Claude oder ChatGPT in normaler Sprache, was das Programm können soll. Sie liefert dann den fertigen Code.

Man testet das Ergebnis im Browser.
Funktioniert etwas nicht, sagt man das der KI („Der Button ist zu klein“ oder „Es gibt einen Fehler“).
Die KI verbessert den Code.
Dieser Ablauf wiederholt sich, bis alles passt.

Der Mensch ist dabei eher Regisseur als Programmierer. Er gibt Anweisungen und beurteilt das Ergebnis. Die eigentliche Programmierarbeit macht die KI.

Der Name kommt von "Vibe" (englisch für "Stimmung" oder "Gefühl"). Gemeint ist damit die eher lockere Art des Programmierens: Man muss nicht genau wissen, wie der Code funktioniert – entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Man vertraut darauf, dass der von der KI erzeugte Code die technischen Details erledigt, und beurteilt das Programm vor allem nach seinem Ergebnis.

Warum ist Vibe-Coding beliebt?

Vibe-Coding macht Programmieren viel schneller. Auch Menschen ohne Programmier­kenntnisse können so eigene Apps oder Webseiten bauen. Ideen lassen sich in wenigen Minuten testen, statt in Wochen. Das ist besonders praktisch für kleine Projekte, schnelle Prototypen oder private Basteleien.

Im SELF-Forum ist die Zahl der Fragen seit Einführung der LLMs stark zurückgegangen – Amateure stellen Amateure ihre Produkte vor, staunend was man mit ein paar Prompts denn erreichen kann.

Die Risiken von Vibe-Coding

So praktisch Vibe-Coding scheint – es gibt auch wichtige Risiken. Hier sind die wichtigsten:

1. Sicherheitslücken

KI-Code ist nicht automatisch sicher. Oft fehlen wichtige Schutzmaßnahmen, zum Beispiel gegen Hacker-Angriffe. Wenn niemand den Code genau prüft, bleiben solche Lücken unentdeckt – bis es zu spät ist. Das ist besonders gefährlich bei Webseiten, die persönliche Daten speichern, wie Passwörter oder Adressen.

2. Fehler, die niemand bemerkt

Die KI kann Fehler im Code machen, die auf den ersten Blick nicht auffallen. Das Programm läuft vielleicht trotzdem – aber es rechnet zum Beispiel falsch, speichert Daten falsch ab, oder stürzt in bestimmten Situationen einfach ab. Ohne Fachwissen ist es schwer, solche versteckten Fehler zu finden.

3. Man versteht den eigenen Code nicht

Beim klassischen Programmieren lernt man, wie der Code funktioniert. Beim Vibe-Coding fehlt dieses Verständnis oft komplett. Das wird zum Problem, wenn später etwas geändert oder repariert werden muss. Ohne Verständnis weiß man nicht, wo man ansetzen soll.

4. Schwer zu warten

Code, der ohne klare Struktur entsteht, ist oft unordentlich. Fachleute sprechen hier von "technischen Schulden". Das bedeutet: Später kostet es sehr viel Zeit und Mühe, das Programm zu pflegen oder zu erweitern – mehr Zeit, als wenn der Code von Anfang an sauber geschrieben worden wäre.

5. Datenschutz-Probleme

Manche KI-Werkzeuge senden Daten an einen Server im Internet. Wenn man dabei nicht aufpasst, können private oder geschäftliche Informationen versehentlich weitergegeben werden. Das ist besonders bei Firmendaten oder Kundendaten ein echtes Risiko.

  1. Rechtliche Unsicherheit

KI lernt aus vorhandenem Code aus dem Internet. Manchmal ähnelt der neue Code stark dem Originalcode. Das kann zu Problemen mit Urheberrechten führen, vor allem wenn man den Code kommerziell nutzen will.

7. Zu viel Vertrauen in die KI

Ein großes Risiko ist blindes Vertrauen. Weil das Programm "irgendwie funktioniert", denken viele, es sei auch richtig und sicher. Das stimmt aber oft nicht. Die KI kann sich irren, ohne dass sie das selbst merkt. Man nennt das manchmal "Halluzination" – die KI erfindet Lösungen, die plausibel klingen, aber falsch sind.

8. Schwierig für größere Projekte

Bei kleinen, einfachen Programmen funktioniert Vibe-Coding meist gut. Bei großen, komplexen Systemen wird es schwieriger. Viele einzelne Teile müssen gut zusammenpassen. Ohne tiefes Verständnis der Gesamtstruktur entstehen leicht Probleme, die schwer zu beheben sind.

Fazit

Vibe-Coding ist eine spannende und schnelle Methode, um Programme zu erstellen. Für kleine Projekte, zum Ausprobieren oder zum Lernen ist es sehr nützlich. Bei wichtigen oder größeren Anwendungen sollte man aber vorsichtig sein. Sicherheit, Datenschutz und Codequalität leiden schnell, wenn niemand den Code genau prüft.

Ein guter Mittelweg: Die KI schreibt den Code, aber ein Mensch mit Fachwissen prüft ihn danach. So nutzt man die Geschwindigkeit von Vibe-Coding – ohne die Risiken zu ignorieren.https://www.reddit.com/r/ClaudeAI/comments/1wl5cgo/code_just_deleted_48k_files_this_cant_be_real/

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veröffentlicht von Matthias Scharwies