4 Kommentare

Trend 2024: eine eigene Webseite!

Ein Blog (Symbolbild)

2023 stand unter der Frage, zu welchem sozialen Netzwerk man denn nun gehen solle.

SELFHTML war schon vorher bei Mastodon im Fediverse präsent, aber leider nicht sehr aktiv. Ich gelobe dort regelmäßig Neuigkeiten aus der Webwelt dort hinauszutröten.[1] Ein bisschen erstaunt war ich, dass einige, die vorher den Umstieg auf das Fediverse propagierten, plötzlich Einladungen zum „blauen Himmel“ versprachen.[2] Ist das Fediverse nun die Zukunft oder gibt es etwas Besseres?

Nachteil von Mastodon ist z.B. die fehlende Möglichkeit Text zu formatieren, selbst Markdown ist (noch) nicht möglich. Andererseits hat sich die anfängliche Leere im täglichen Feed mittlerweile mit Katzen- und Urlaubsbildern gefüllt. 😀

Die Alternative

Bereits im letzten Jahr schrieb Joan Westenberg auf Mastodon:

Own your own website. Own your mailing list. Own your newsletter. Own your blog and prioritise your RSS feed.

This is the stuff that works in the long term.

Chasing virality on every new shiny platform is a waste of time.

Und so wie die Seiten von StudiVZ längst im Orkus sind, werden auch andere Social Media Kanäle irgendwann mit Gebührenmodellen überzogen oder unvermittelt abgeschaltet, so dass eine eigene Webseite für Sicherheit sorgt, da sie ja in der eigenen Hand ist.

Matthias Ott schrieb heute morgen

Ihre persönliche Website ist ein Ort, der Ihnen große kreative Freiheit und Kontrolle bietet. Sie ist ein Ort, an dem Sie schreiben, erstellen und teilen können, was immer Sie möchten, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen. Sie ist auch der perfekte Ort, um neue Dinge zu erforschen und auszuprobieren, z. B. verschiedene Arten von Beiträgen, verschiedene Stile und neue Webtechnologien. Es ist Ihr Spielplatz, Ihre Plattform, Ihre persönliche Ecke im Web. (von mir ins Deutsche übersetzt)

Fazit

Eine Präsenz im Fediverse ist gut, noch besser ist es jedoch, mit einer eigenen Webseite und einem eigenen Blog die volle Kontrolle über die Daten, den Inhalt und auch das Design zu erhalten!

Oft ist ja bereits ein Webauftritt vorhanden, der aber mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Hier stellt sich die Frage, ob sich ein Redesign lohnt oder völlig neu angefangen werden sollte.

Unser Ziel für 2024

SELFHTML zweifelte in den letzten Jahren ein bisschen an sich selbst und an unserem mission statement Everyone’s a publisher. Allerdings hatten sich in den letzten Tagen im Forum, auf Discord und per Mail („Ich habe seit Ewigkeiten nichts mehr gemacht und möchte jetzt mit der Frage nach einem aktuellen Editor nicht als Dummie dastehen!“) Neu- und Wiedereinsteiger mit Fragen gemeldet.

Anlass für uns in diesem Jahr das Wie fange ich an? in unserem Wiki zu überprüfen und gegebenfalls zu aktualisieren:

  1. Welchen Editor sollte ich verwenden?
  2. von der Idee zum Projekt
    eigene HTML-Seiten, Seitengeneratoren oder ein CMS?
    • Hugo, Eleventy und …
  3. Web-Hosting
  4. PHP/Tutorials/Templates
    (Teile einer Webseite auslagern)
  5. PHP/Tutorials/Einen RSS-Feed auslesen

Weitere Baustellen und Projekte werden sich dann wohl im Laufe des Jahres ergeben!


  1. Privat löste ich mich von Twitter, Telegram und WhatsApp - unter anderem, um nicht jeden Tag auf zig Kanälen nach Neuem suchen zu müssen, andererseits auch um ein konsequentes Zeichen zu setzen.
    Ein Bekannter hat seinen Twitter-Account „stillgelegt“, folgt aber noch Donald Trump, der aus der Zahl seiner Follower Kraft und Bedeutung zieht. ↩︎

  2. Ehemalige Twitter-Funktionäre versuchten durch eine künstliche Verknappung - Interessierte benötigten eine Einladung eines schon bestehenden Mitglieds - Interesse an der Social-Media-Plattform Blue Sky zu wecken. ↩︎

eingeordnet unter:

veröffentlicht von Matthias Scharwies

  1. Hallo @Matthias Scharwies,

    ein eigenes Blog oder eine eigene Webseite haben ja jahrzehntelang sehr gut funktioniert, inklusive „sozialer Funktionalität“ wie einer Blogroll – oder Foren wie diese hier. Und sie funktionieren auch weiterhin, wenn man – wie „von früher“ gewohnt – die Lesezeichen/Browser-Historie pflegt. Und technologisch ist das Aufsetzen einer eigenen Plattform auch eher einfacher geworden. Die Hürde ist daher sehr niedrig.
    Und auch die „Hürde“ eine bereits vorhandene, vielleicht „eingeschlafene“ Seite zu reaktivieren, ist niedriger, als man denkt, macht aber dafür umso mehr Spaß, wenn man wieder „basteln“ kann und sich mit den schönen neuen Dingen (dem User Experience) beschäftigen.

    Der Vorteil der eigenen Webseite ist schon angesprochen: Man hat alles selbst unter Kontrolle und ist nicht von einem Plattform-Betreiber abhängig. Strategisch gesehen ist das ein sehr großer Vorteil, mit dem man die Plattform-Ökonomie durchbricht.

    Insofern ist das ein weiteres Argument für die zukünftige Bedeutung von SELFHTML.

    Viele Grüße und ein schönes neues Jahr
    Robert

  2. Lieber Matthias,

    was macht man, wenn man Aufmerksamkeit im Internet erreichen möchte? Wie macht man seine eigene Seite bekannt? Wo wird dann diskutiert? Deine eigenen Ansichten kannst Du gut auf Deiner eigenen Seite anbringen. Aber wer soll da wo darauf reagieren? Die Datensilos der sozialen Medien bieten nun einmal auch den gemeinsamen Raum, in dem man sich dann eskalierend über alles aufregen kann. Eine eigene Seite steht im Vergleich dazu wie eine einsame Insel im Ozean, anstatt mitten im Diskussionsgetümmel. Ein Pingback (oder wie das damals hieß) können auch nur Blogbetreiber untereinander betreiben. Zufällig auf die Seite gekommene Leser können nur an Ort und Stelle einen Kommentar hinterlassen, wenn diese Funktion existiert und zugelassen wird. In einen größeren Kontext ist das dann aber nicht eingebunden. Und das mag manchen schon genügen, solche Inhalte nur am Rande wahrzunehmen oder ihre Bedeutung ganz zu ignorieren.

    Liebe Grüße

    Felix Riesterer

    1. Servus!

      Lieber Matthias,

      was macht man, wenn man Aufmerksamkeit im Internet erreichen möchte? Wie macht man seine eigene Seite bekannt? Wo wird dann diskutiert? Deine eigenen Ansichten kannst Du gut auf Deiner eigenen Seite anbringen. Aber wer soll da wo darauf reagieren? Die Datensilos der sozialen Medien bieten nun einmal auch den gemeinsamen Raum, in dem man sich dann eskalierend über alles aufregen kann. Eine eigene Seite steht im Vergleich dazu wie eine einsame Insel im Ozean, anstatt mitten im Diskussionsgetümmel. Ein Pingback (oder wie das damals hieß) können auch nur Blogbetreiber untereinander betreiben.

      Jein, RSS ging in den letzten Jahren wohl dem Ruhestand entgegen. Mittlerweile gibt es aber eine RSS-Bridge ins Fediverse.

      Zufällig auf die Seite gekommene Leser können nur an Ort und Stelle einen Kommentar hinterlassen, wenn diese Funktion existiert und zugelassen wird.

      Ja, WordPress hat bereits ein ActivityPub-Plugin für Kommentare; es gibt bereits Anleitungen, wie man das händisch für andere Blogs programmiert.

      Stay tuned! Wir werden das vorstellen!

      Herzliche Grüße

      Matthias Scharwies

      --
      Die Signatur findet sich auf der Rückseite des Beitrags.
  3. Wird das wirklich wieder ein Trend? Das wird schwierig, in einer Zeit wo man meint man müsse das Mitagessen von 50 oder noch viel mehr semi-interessanten Personen aus allen Himmelsrichtungen ansehen können, oder wie die Person aussieht wenn sie sich mit viel Aufwand so inszeniert wie sie gerne wäre, aber nicht ist. (ja, böse - aber realistisch)

    Als seinerzeit das Internet begann und in jedem zehnten Schaufenster sich ein @ Zeichen drehte, war der Trend zur eigenen Webseite schon mal zu spüren.
    Wie oft ich da gelesen habe "hier findet ihr in Kürze dies und das", was auch nach Monaten da noch stand. Wie oft ich gestaunt habe wie viele Animationen mit Baggern, schaufelnden Männchen und sonstigen für "Internetbaustelle" stehenden Grafiken es gibt 😀
    So ganz geklappt hat das irgendwie nicht. Man hat einigen Seiten angesehen dass der Inhaber nicht weiß was er über sich erzählen soll und sich dann vielleicht dachte, ist doch auch egal denn wer würde sich das überhaupt anschauen.
    Ob das diesmal besser läuft?

    Was ich tatsächlich vermisse sind gescheite Webseiten von Gaststätten oder sonstigen Freizeiteinrichtungen.
    Die haben leider oft nur noch eine Facebook Seite mit Bildern und natürlich ganz wichtig Followern, was mich alles überhaupt nicht interessiert. Mit viel Glück findet man eine mehr schlecht als recht abfotografierte Speisekarte von 2020 oder zwischen viel Gewäsch einen Beitrag wann letzten Sommer wie geöffnet war.